Bad Freienwalde - Oderbruch

Oderbruch

Friedrichs Kulturlandschaft

Niederung und Urstromtal der Oder / Oder-Neiße-Radweg

Das Oderbruch

Zahlreiche Wassergräben durchziehen die weite Landschaft des Oderbruchs. Im Sommer steht hier auch mal die Luft. Entlang des Flusses nagen die Oderauen unregelmäßige Linien in die alte Kulturlandschaft. Der Oder-Neiße-Radweg führt mitten durch das Bruch unmittelbar vorbei an Bad Freienwalde, meist oben auf dem Deich mit Blick auf den gemütlich dahinfließenden Fluss. Friedrich dem Großen ist es zu verdanken, dass heute zahlreiche Gehöfte und bewirtschaftete Felder in diesem Teil des Urstromtals zu finden sind. Er ließ das Bruch ab 1747 nach Plänen des niederländischen Wasserbauingenieurs Simon Leonhard von Haerlem trockenlegen. Dadurch konnten über 32.000 Hektar fruchtbares Ackerland gewonnen werden. Von hier findet jährlich viel frisches Gemüse seinen Weg auf die Tische der Berliner.

Die Stadt Bad Freienwalde bildet das nördliche Zentrum des Oderbruchs. Die Siedungsgeschichte der Region lässt sich in den alten Kolonistendörfern wie Neulietzegöricke erahnen, das heute komplett unter Denkmalschutz steht. Das Museum in Altranft zeigt, wie der Alltag damals aussah.

Hoch über Brandenburgs ältester Kurstadt Bad Freienwalde thront er, der Aussichtsturm auf dem Galgenberg. Kaum 25 Minuten benötigt man für diesen Spaziergang vom Bahnhof aus – und wird mit einer wunderbaren Sicht über Stadt und das Oderbruch bis hin zur Oder belohnt.
Neulietzegöricke ist das älteste Kolonistendorf im Oderbruch: Angelegt 1753 nach der sechs Jahre zuvor begonnenen Trockenlegung präsentiert sich heute mit gepflegten Fachwerkhäusern, einer frisch renovierten Kirche und einem überaus regen Dorf- und Vereinsleben.
Die kleine Siedlung Zollbrücke liegt direkt an der Oder und hat für einen entspannten Nachmittag viel zu bieten – ein gastronomisches Angebot ebenso wie das überregional bekannte Theater am Rand. Der Oderbus hält dort direkt vor der Tür.
Ein Besuch im Regionalladen Oderbruchware fühlt sich an wie eine Radtour durch die Dörfer des Oderbruchs, nur dass hier all die schönen, von Lebenskünstlern und Kleinunternehmern hergestellten Dinge an einem Ort versammelt sind. Der charmant-verfallene Innenhof lädt zum Verweilen ein.
Der Oderbus von Bad Freienwalde aus hält auch im ältesten Kolonistendorf Brandenburgs: Neulietzegöricke. Nach einem Spaziergang durch das beschauliche Dorf bietet ein Besuch im Kolonisten Kaffee einen runden Abschluss mit hausgemachtem Kuchen - und dann kommt auch schon der Bus.
Eine Radtour zu den Semmeln in Vervais und zurück in die Zeit, als Theodor Fontane immer wieder mit leerem Geldbeutel einen Landaufenthalt bei seinen Eltern im Oderbruch einlegte – in Letschin betrieben sie eine Apotheke.

Subkultur im Oderbruch

Ist es die besondere geografische Lage an drei Seiten umgeben von steilen Hängen, der hohe Himmel oder das verwirrende Raster an Wegen und Gräben, das dazu beiträgt, dass sich hier im Oderbruch eine eigene Subkultur entwickelt? Seit vielen Jahren ziehen die „Kunst-Loose-Tage“ Besucher aus Berlin ebenso wie aus dem Umland in die offenen Ateliers zahlreicher Künstler. Von Malerei und Bildhauerei, Keramik bis hin zu Fotografie ist alles zu finden. Das Theater am Rand ist mit seinem Lehmbau nicht nur architektonisch interessant: Rund ums Jahr bieten hier Gruppen Theater und Musik für regionale und überregionale Besucher. Bad Freienwalde ist für ein Kulturwochenende im Oderbruch der ideale Ausgangspunkt.

Mit dem Hochwasser leben

Regelmäßig schafft es das Oderbruch in die Schlagzeilen. Wenn im Frühjahr oder Spätsommer der Wasserstand ansteigt und die Warthe noch ihren Teil aus dem benachbarten Polen dazu beiträgt, dann ist hier Hochwasseralarm. Die Deiche werden das ganze Jahr über entsprechend gepflegt. Was für die Einen Natur ist, ist für die Anderen deshalb ein Ärgernis: Seit 1986 siedeln im Oderbruch wieder Biber, die gefällten und angenagten Bäume an den Deichen sind nicht zu übersehen. Für Ihren Urlaub in Bad Freienwalde bietet das Oderbruch auf jeden Fall zu jeder Jahreszeit Einblicke in ein ganz eigenes Zusammenspiel von Natur und Kulturlandschaft.

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